// Update: August 2026 //

Wer seine Website mit selbst gehostetem WordPress betreibt, kennt die nützlichen Funktionserweiterungen, die sogenannten Plugins. Mit ihnen lassen sich neue Funktionen hinzufügen, und sie übernehmen auch Automatismen für dich, etwa das Erstellen von Backups oder das Absichern der Seite.

WordPress Plugins: Vorteile und Nachteile

Der große Vorteil von Plugins ist, dass du ganz spezielle Funktionen, die WordPress selbst nicht mitbringt, einfach hinzufügen kannst, und das ohne Programmierkenntnisse. Im offiziellen WordPress-Pluginverzeichnis findest du zehntausende frei verfügbare Plugins, die du direkt aus dem Backend heraus installieren kannst. Vieles ließe sich auch manuell umsetzen, aber mit einem Plugin geht es meist deutlich schneller und bequemer, gerade wenn du nicht am Code deines Themes herumbasteln willst.

Ein paar Nachteile gibt es aber auch. Nicht alle Plugins werden von professionellen Entwicklern gepflegt, und so können Schwachstellen oder sogar Sicherheitslücken auf deiner Seite entstehen. Außerdem kann es bei Updates passieren, dass die Seite nicht mehr richtig läuft, oder zwei Plugins kollidieren miteinander.

Deshalb ein paar wichtige Tipps

  • Weniger ist mehr. Installier nur die Plugins, die du wirklich brauchst. Zu viele machen die Seite langsamer.
  • Nur aus vertrauenswürdigen Quellen. Schau im Verzeichnis auf die Bewertungen und die Kommentare im Support-Forum.
  • Auf das Datum achten. Bei jedem Plugin steht, wann es zuletzt aktualisiert wurde und mit welcher WordPress-Version es getestet ist. Liegt das letzte Update mehr als ein Jahr zurück, such dir besser eine Alternative. Das ist der wichtigste Punkt in dieser Liste, denn verwaiste Plugins sind der häufigste Einbruchsweg auf WordPress-Seiten.
  • Aktuell halten. Plugins, Themes und WordPress selbst regelmäßig aktualisieren.
  • Nach Empfehlungen fragen. Hör dich in deinem Netzwerk um, welche Plugins andere nutzen und womit sie zufrieden sind.
  • Auf die DSGVO achten. Welche Daten erhebt das Plugin, welche Einstellungen solltest du besser nicht nutzen, und muss deine Datenschutzerklärung erweitert werden? Bei Blogmojo findest du eine umfassende Liste zu Plugins und ihrer DSGVO-Konformität.

Inhaltsverzeichnis

Die wichtigsten WordPress Plugins: meine Empfehlungen

1. Für Funktionserweiterungen

Beiträge oder Seiten duplizieren: Yoast Duplicate Post erzeugt mit einem Klick eine Kopie einer beliebigen Seite oder eines Beitrags, ohne dass du Inhalte und Einstellungen von Hand übertragen musst. Praktisch auch, wenn du an einer bestehenden Seite arbeiten willst, ohne die Live-Version anzufassen: Kopie erstellen, dort ändern, am Ende tauschen.

Kontaktformular. Viele Themes bringen inzwischen ein eigenes Formularmodul mit, etwa Avada, Enfold, Divi oder Elementor. Wenn dein Theme das kann, nimm es. Das ist ein Plugin weniger, das aktuell gehalten werden muss. Falls nicht, ist WPForms Lite eine gute kostenlose Lösung mit einem eingebauten Spamschutz, der ohne externe Dienste arbeitet. Auch Contact Form 7 funktioniert weiterhin zuverlässig und ist mit Abstand am weitesten verbreitet, es bringt allerdings keinen eigenen Spamschutz mit. Viele bauen dann Googles reCAPTCHA ein, und damit hast du das Datenschutzthema wieder auf dem Tisch. Ein einfaches Rechen-Captcha oder ein verstecktes Feld über eine Erweiterung ist die datenschutzfreundlichere Lösung.

Tote Links finden. Vom klassischen Broken Link Checker als Dauerläufer im Hintergrund würde ich abraten, der prüft ständig und belastet den Server so stark, dass manche Hoster deswegen anschreiben. Nutze stattdessen die Cloud-Variante des Plugins, bei der die Prüfung auf fremden Servern läuft, oder einen externen Dienst wie Dr. Link Check. Ein Link-Check zweimal im Jahr reicht völlig.

Beliebte Beiträge anzeigen: WordPress Popular Posts zeigt deine meistgelesenen Artikel an. Ein Hinweis dazu: Das Plugin zählt jeden Aufruf in der Datenbank mit, was auf größeren Seiten Last erzeugt. Prüf in den Einstellungen, ob die Statistikdaten nach einer bestimmten Zeit gelöscht werden, sonst wächst die Datenbank unbegrenzt.

Teilen-Buttons: Shariff Wrapper ist weiterhin die datenschutzfreundliche Wahl, weil die Buttons keine Verbindung zu den Netzwerken aufbauen, solange niemand draufklickt. Für schlichte Icons zu deinen eigenen Profilen brauchst du gar kein Plugin, das bringt praktisch jedes moderne Theme mit.

Links kennzeichnen: Ein eigenes Plugin dafür ist nicht mehr nötig, du kannst das Attribut direkt im Editor am Link setzen. Wichtiger ist die inhaltliche Änderung: Für bezahlte Links und Kooperationen ist seit 2020 nicht mehr rel="nofollow" die richtige Kennzeichnung, sondern rel="sponsored". Für Links aus Kommentaren und Nutzerbeiträgen gibt es rel="ugc".

Umlaute in Permalinks: WordPress wandelt Umlaute inzwischen selbst um, allerdings wird aus „ä“ ein „a“ und nicht „ae“. Wenn dir das nicht gefällt, korrigier den Permalink einfach beim Anlegen des Beitrags von Hand. Dafür ein Plugin zu installieren, das seit Jahren nicht mehr gepflegt wird, ist das Risiko nicht wert.

2. Zur Verbesserung deiner Sichtbarkeit bei Google

Ein SEO-Plugin, und zwar nur eines. Zwei parallel schreiben sich gegenseitig die Meta-Angaben kaputt.

  • RankMath bietet in der kostenlosen Version am meisten Funktionen und hat eine übersichtliche Oberfläche. Mein aktueller Favorit für Einsteiger.
  • Yoast SEO ist der Klassiker, sehr gut dokumentiert, und die meisten Anleitungen im Netz beziehen sich darauf. Etwas mehr Funktionen stecken hinter der Bezahlversion.
  • All in One SEO ist die dritte solide Option.

Alle drei erledigen die Grundlagen gleich gut. Wenn du schon eines im Einsatz hast und zufrieden bist: Bleib dabei. Ein Wechsel bedeutet, dass alle Titel und Beschreibungen migriert werden müssen, und dabei geht gern etwas verloren.

Redirection brauchst du, sobald sich Adressen auf deiner Seite ändern, also vor allem nach einem Relaunch. Damit legst du Weiterleitungen von der alten auf die neue Adresse an, sodass niemand auf einer Fehlerseite landet und deine Google-Rankings erhalten bleiben. Nebenbei zeigt das Plugin dir, welche nicht existierenden Adressen aufgerufen werden, und du siehst so, was du überhaupt weiterleiten musst.

3. Für Sicherheit und gegen Spam

Ein Sicherheitsplugin, und auch hier nur eines. Zwei davon greifen an denselben Stellen ins System ein und behindern sich gegenseitig.

  • Kadence Security kennst du vielleicht unter einem anderen Namen: Das Plugin hieß früher iThemes Security, dann Solid Security und trägt seit Mai 2026 den neuen Namen. Es ist immer dasselbe Plugin, nur mehrfach umbenannt. Übersichtlich und einsteigerfreundlich.
  • All-In-One Security (AIOS) hat eine deutschsprachige Oberfläche und deutlich mehr Einstellmöglichkeiten. Die erfassten Daten bleiben auf deinem eigenen Server.

Bei beiden gilt: Wenn du die Option nutzt, die Login-Adresse umzubenennen, setz dir vorher ein Lesezeichen darauf. Sich selbst auszusperren ist der Klassiker. Und beim netzwerkweiten Bruteforce-Schutz, bei dem Daten an den Hersteller übermittelt werden, schau bitte in deine Datenschutzerklärung oder lass ihn aus.

UpdraftPlus für automatische Backups. Die kostenlose Version sichert deine komplette Datenbank und alle deine Dateien, also Themes, Plugins und Uploads. Damit kannst du deine Seite im Notfall vollständig wiederherstellen. Was die Bezahlversion zusätzlich kann, ist der Umzug auf eine andere Domain. Wichtig ist bei jedem Backup: Speicher es an einem anderen Ort als auf dem Webserver, also in einer Cloud oder auf deinem Rechner. Sonst ist im Ernstfall beides weg. Eine gute kostenlose Alternative ist WPvivid, das Backup und Umzug in der Gratisversion beherrscht.

Antispam Bee gegen lästigen Spam in den Kommentaren. Es arbeitet komplett auf deinem eigenen Server und braucht damit keine Datenschutz-Extrarunde. Das bei WordPress vorinstallierte Akismet funktioniert gut, überträgt die Kommentardaten aber in die USA. Für dich bedeutet das: Auftragsverarbeitungsvertrag abschließen, Eintrag in der Datenschutzerklärung, Zustimmung einholen. Viel Aufwand für etwas, das eine lokale Lösung genauso gut erledigt.

4. Für Datenschutz und Statistik

Dieser Bereich fehlte in meiner alten Liste, obwohl er der ist, bei dem die meisten Fehler passieren.

Ein Consent-Tool brauchst du, sobald du Cookies oder Dienste einsetzt, die über das technisch Notwendige hinausgehen. Es sorgt dafür, dass diese Dienste erst nach Zustimmung laden.

Ich arbeite dafür mit Borlabs Cookie (kostenpflichtig), weil es fertige Vorlagen für die gängigen Dienste mitbringt und eingebettete Inhalte wie Karten oder Videos zuverlässig blockiert, bis jemand zustimmt. Es gibt auch kostenlose Consent-Plugins, die ich aber nicht selbst im Einsatz habe und deshalb nicht guten Gewissens empfehlen kann.

Der günstigste Weg ist übrigens, das Problem zu vermeiden: Wenn du auf Google Analytics verzichtest, Schriften lokal einbindest und Karten oder Videos nur verlinkst statt einbettest, brauchst du für viele Seiten überhaupt kein Consent-Banner.

Zwei Dinge werden dabei besonders geprüft: Die Ablehnen-Option muss genauso gut sichtbar sein wie die Zustimmung, zwei gleichwertige Buttons auf der ersten Ebene also. Und vor der Zustimmung darf tatsächlich nichts laden. Das testest du am besten in einem frischen Browserfenster.

Für Statistik gibt es zwei sinnvolle Wege:

  • Statify zählt ohne Cookies und ohne personenbezogene Daten. Du siehst Seitenaufrufe und Verweisquellen, mehr nicht. Der große Vorteil: Dafür brauchst du keine Zustimmung, das Plugin läuft also auch bei allen, die den Banner wegklicken.
  • Matomo ist die ausführliche Variante und eine echte Alternative zu Google Analytics, mit dem Unterschied, dass die Daten auf deinem eigenen Server bleiben.

5. Mehr Performance für deine Seite

Ein Cache-Plugin. Prüf zuerst, ob dein Theme oder dein Hoster schon einen Cache mitbringt, das ist inzwischen häufig der Fall. Wenn nicht, ist Cache Enabler ein schlichtes Plugin, das ohne große Einstellungen auskommt. Läuft dein Hoster auf LiteSpeed, nimm LiteSpeed Cache, das ist dort die deutlich stärkere Lösung und ebenfalls kostenlos.

Dateien zusammenfassen und verkleinern macht Autoptimize. Hier bitte aufpassen: Viele Themes und Page Builder haben eine eigene Funktion dafür, oft unter Bezeichnungen wie „CSS zusammenfassen“ oder „Compiler“. Wenn du beides gleichzeitig aktivierst, zerschießt es dir das Layout, und dieser Fehler ist ohne Vorwissen kaum zu finden. Also entweder das Theme oder Autoptimize, nicht beides. Und nach dem Einschalten die Seite unbedingt durchklicken, auch auf dem Handy.

Bilder optimieren. Unkomprimierte Bilder sind der häufigste Grund für lange Ladezeiten. ShortPixel, Imagify und EWWW Image Optimizer erledigen das automatisch bei jedem Upload. Achte darauf, dass die Umwandlung ins WebP-Format aktiviert ist, da liegt der größte Gewinn. Und verkleinere Fotos schon vor dem Hochladen auf eine vernünftige Größe, für ein bildschirmbreites Bild reichen rund 1.800 Pixel Breite.

Datenbank aufräumen kann WP-Optimize vom UpdraftPlus-Team. Es entfernt alte Beitragsrevisionen, Spamkommentare und angesammelten Datenmüll. Bitte vorher ein Backup anlegen, und lass die Finger von den aggressiveren Optionen: Wenn du mit einem Page Builder arbeitest, stecken deine Layoutdaten in genau den Feldern, die manche Aufräum-Werkzeuge für Müll halten.

Was du außerdem beachten solltest

Wenn die passenden Plugins installiert sind, halt sie aktuell. Das gilt genauso für dein Theme und für WordPress selbst. Eine bewährte Aufteilung bei den automatischen Updates:

  • Sicherheitsupdates von WordPress selbst: automatisch einschalten. Die sind klein und machen praktisch nie Probleme.
  • Theme, Page Builder und Formular-Plugins: manuell aktualisieren. Das sind die Kandidaten, bei denen nach einem Update mal etwas anders aussieht, und dann willst du daneben sitzen und nicht am nächsten Morgen davon erfahren.

Und vor jedem größeren Update: Backup. Immer.

Was du außerdem vermeiden solltest, sind zwei Plugins mit derselben Funktion. Also nur ein SEO-Plugin, nur ein Backup-Plugin, nur ein Sicherheitsplugin, nur ein Cache-Plugin. Wenn du die Backup-Funktion in deinem Sicherheitsplugin nutzt, brauchst du kein zusätzliches Backup-Plugin.

Ein letzter Tipp: Geh einmal im Jahr deine Plugin-Liste durch und lösch alles, was du nicht mehr brauchst. Deaktivieren reicht nicht, denn ein deaktiviertes Plugin liegt weiter auf dem Server und kann trotzdem eine Sicherheitslücke aufreißen.

Solltest du Fragen zu Plugins haben, melde dich jederzeit über mein Kontaktformular bei mir.

Viel Erfolg, deine Susanne alias pixeldeern

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